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"Mit Spitze durch das Jahr"

Frau Frieda Roith aus Schönsee zeigt in der neuen Sonderausstellung "Mit Spitze durch das Jahr" einen kleinen Auszug ihrer wunderbaren Klöppelkunst. 

Die Kunst des Spitzenklöppelns ist sehr alt und kam vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts durch Dienstboten vom Erzgebirge über Böhmen ins Oberpfälzer Grenzland, so heißt es auf der Homepage vom Schönseer Land. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden im Grenzgebiet zwischen Waldmünchen und Waidhaus staatliche Klöppelschulen errichtet. In Schönsee wurde 1906 eine Klöppelschule errichtet, in welcher Frauen aus der ganzen Umgebung Unterricht im Klöppeln erhielten. Der Verkauf der Spitzen wurde von der Klöppelschule und von hiesigen Händlern organisiert und diente vielen Familien als Zubrot. 

Das "Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald" zählt seit Januar 2017 zum Immateriellen Kulturerbe in Deutschland. Das Expertenkomitee würdigte das Spitzenklöppeln "als textiles Kunsthandwerk mit langer Tradition und identitätsstiftendem Charakter für die Region". In Schönsee, Stadlern (Landkreis Schwandorf) und Tiefenbach (Landkreis Cham) im Oberpfälzer Wald ist das Spitzenklöppeln eine von Generation zu Generation weitergegebene Praktik und somit auch ein wesentlicher Bestandteil der regionalen Identität. 

Frau Roith klöppelt seit 1986 und hat sich die Kunst des Klöppelns selber anhand von Büchern beigebracht. Im Jahr 2013 hatte sie bereits eine Ausstellung im Dr. Eisenbarth-und-Stadtmuseum in Oberviechtach. Seit 12 Jahren ist sie die Sprecherin des Klöppelkreises. Mit den Kindern der 1. - 4. Klasse der Grundschule in Schönsee klöppelt sie seit 4 Jahren regelmäßig und bietet auch Schüler*innen der weiterführenden Schulen zweimal pro Monat ein freiwilliges Klöppeln an, an welchem 36 Kinder auch regelmäßig teilnehmen. 

Aufgrund der vielen klöppelnden Schüler*innen gibt es in Schönsee im Moment auch eine Klöppelprinzessin.