Die bewegte Geschichte des ehemaligen Kommunbrauhauses

Im Jahr 1951/1952 fand die Freiwillige Feuerwehr ihre Bleibe im ehemaligen Kommunbrauhaus
Das Gebäude wurde immer maroder, dass sogar der Abriss diskutiert wurde.
Erst Anfang der 90er Jahre begann man das Gebäude zu sanieren und schließlich das Deutsche Knopfmuseum darin zu integrieren.

Über das genaue Baujahr des Hauses läßt sich leider nichts in den Unterlagen finden. Nach Aufzeichnungen in der Hubmann-Chronik entstand dieses Bauwerk am Rande des Altstadtkerns nach einem vernichtenden Stadtbrand der im Jahre 1839 zahlreiche Gebäude in Schutt und Asche legte. An Stelle des alten Gemeinde-Brauhauses innerhalb der Stadtmauern „wurde auf dem Gemeindegrund in der obern Vorstadt ein neues, größeres samt einem Malzhaus erbaut, dessen Grundflächen 25 Dezimalen hält“.

1875 erfolgte der erste größere Umbau des Hauses. Dabei wurden auch die schönen Gewölbe im nördlichen Erdgeschoßbereich eingezogen. Bereits 1894, so geht es aus einem Verzeichnis hervor, gab es genau noch 46 Personen die je 9 bis 15 Hektoliter gebraut haben.

Auch nach der Jahrhundertwende setzte sich dieser Trend fort. Während es im Jahre 1910 noch 27 Brauer gab, waren es im Jahre 1918 nur noch neun, die das Kommunbrauhaus nutzten, von denen jeder noch etwa ein bis zwei Hektoliter Selbstgebrautes produzierte.

In den 30er Jahren beherbergte das Kommunbrauhaus ein Elektrizitätswerk. Anfang des Jahres 1942 kamen 20 Kriegsgefangene (Polen und Ukrainer) nach Bärnau und wurden im sog. Brauhaus untergebracht. Sie wurden als Knechte den einzelnen Höfen zugeteilt.

Im April 1951 verfügte der Stadtrat die Auflassung des Kommunbrauhauses. Dies stieß auf heftige Proteste von Seiten der noch übrigen Brauberechtigten. Nach der Aufhebung der entsprechenden Ortsvorschrift vom 18. März 1909 konnten die wenigen noch verbliebenen Brauer ihr Bier in anderen Brauereien herstellen lassen.

Im Jahre 1969 waren Teile der „Ostbayerischen Jersey GmbH & Co. KG“ untergebracht. Auf Rundstrickmaschinen wurde Jerseystoff hergestellt.

In den 70er und 80er Jahren war das Gebäude Herberge für den Bauhof der Stadt Bärnau, der hier seine Gerätschaften lagerte.

1976 faßte der Stadtrat den Beschluß, das Gebäude abzureißen. Gott sei Dank wurde dieser Beschluß – aus heutiger Sicht betrachtet – nicht vollzogen.
Aufgrund einer Anordnung der Landratsamtes vom 15.05.1984 mussten die letzten Mieter wegen akuter Einsturzgefahr ausziehen. Mit gleichem Datum wurde ebenfalls durch die Kreisbehörde angeordnet, dass bis zum 01.08.1985 das ehemalige Kommunbrauhaus instandzusetzen oder zu beseitigen sei.

Es vergingen 10 Jahre, in denen das Gebäude Wind und Wetter trotzte, mehr oder weniger sich selbst überlassen und dem Verfall preisgegeben war. Aber es blieb standhaft und stürzte nicht ein. In dieser Zeit erhitzten sich immer wieder die Gemüter darüber, wie es nun mit dem ehem. Kommunbrauhaus weitergehen soll.

Da ein Abbruch des Gebäudes wohl kaum mehr möglich sein konnte, weil es 1989 vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in die Baudenkmalliste aufgenommen wurde, musste nicht nur die Sanierung, sondern auch der Verwendungszweck konkret überdacht und geplant werden.

In den Jahren 1990, 1993 und 1995 wurden im Stadtrat die entscheidenden Beschlüsse für die Sanierung und den Verwendungszweck gefaßt.

Die Vorstellungen über den Verwendungszweck gingen vom Kunst- und Kulturzentrum über Gemäldegalerie, ständiges Ausstellungshaus für bildende Künstler bis hin zur Unterbringung des Deutschen Knopfmuseums.

Der Stadtrat entschied sich dafür, nach der Sanierung mit einem Kostenaufwand von 2,7 Mio. DM das Deutsche Knopfmuseum dauerhaft dort unterzubringen.

Im Juli 1995 konnte endlich mit der Sanierung begonnen werden. Sie wurde im Jahr 1998 abgeschlossen. Großzügige Unterstützung erfuhr die Stadt Bärnau von seiten des Verbandes der Knopfindustrie Bärnau e.V. vor allem bei der Inneneinrichtung.

Seit 1998 befindet sich in den alten Mauern der ehemaligen Braustätte das wohl einzigartige Deutsche Knopfmuseum. Neben Knöpfen aus aller Welt, Formen, Farben und Materialien beherbergt es auch eine einmalige Ausstellung mit echten Kunstwerken aus Perlmutter und zeigt dem Besucher, wie mühevoll und aufwendig die Herstellung dieses alltäglichen und doch unentbehrlichen Gegenstandes (Knopf und Accessoire) war und ist.